Hebammenverband Niedersachsen

Umfrage zur Akademisierung des Hebammenberufes

Die derzeitige Ausbildungssituation in Niedersachsen ist unzureichend. An zehn Hebammenschulen, die den Krankenhäusern zugeordnet sind, werden Hebammen mit etwa 60 bis 80 Abschlüssen pro Jahr ausgebildet.

Im Rahmen der EU-Angleichung wurde bereits 2013 die zwölfjährige Schulbildung als Eingangsvoraussetzung in die Hebammenausbildung, wie auch die Vermittlung genauer wissenschaftlicher Kenntnisse in der Ausbildung beschlossen (EU-Richtlinie 2013/55/EU). Aus den gestiegenen Anforderungen an die theoretische Ausbildung – bisher 1.600 Stunden, die Pflege hat bereits 2.400 Stunden – sowie der Forderung nach evidenzbasiertem Arbeiten, Qualitätssicherung und Praxisanleitung ergibt sich die Notwendigkeit zur Verlängerung der Hebammenausbildung.

Seit 2015 läuft die Umsetzungsphase dieser EU-Richtlinie, die am 18. Januar 2020 abgeschlossen sein soll. Danach werden Strafzahlungen fällig. Bereits seit 2009 existieren Modellstudiengänge, allerdings nicht in Niedersachsen. Hier gibt es nur einen bundesweit kooperierenden aufsattelnden Studiengang mit 37 Plätzen jährlich in Osnabrück. Lediglich die hochschulische Ausbildung kann den erhöhten Bedarf an geburtshilflichen und wissenschaftlich arbeitenden von 160 Abschlüssen pro Jahr in Niedersachsen erfüllen. Derzeit werden in vielen anderen Bundesländern Studienmöglichkeiten geschaffen, das Fachpersonal wird teilweise aus Niedersachsen abgeworben.

Mit unserer Umfrage möchten wir die Kolleginnen in den Prozess der Akademisierung einbeziehen. Wir würden uns über eine rege Beteiligung – auch aus den anderen Bundesländern – freuen!

An der Umfrage kann bis Mitte November teilgenommen werden: https://www.surveymonkey.de/r/Q8GRKBX

Quelle: Hebammenverband Niedersachsen, 21.9.2018; Hilke Schauland, 2. Vorsitzende DHZ