Italienische Studie

Vaginalgeburt auch nach Myomentfernung ermöglichen

  • 90 % der Frauen, die nach einer Myomektomie eine vaginale Geburt versuchten, konnten sie auch erfolgreich beenden.

  • Operationen im Muskelgewebe des Uterus gehen in Folgeschwangerschaften mit der Gefahr einer Ruptur während der Belastung durch Wehen einher. Der empfohlene Geburtsmodus nach einer Myomentfernung ist daher häufig die primäre Sectio.

    Eine italienische Studie untersuchte das geburtshilfliche und neonatale Outcome nach postoperativen vaginalen Geburten. Dazu wurden alle Datensätze von Gebärenden zwischen 2002 und 2014 untersucht, die nach einer laparaskopischen und einer laparatomischen Myomoperation vaginal geboren hatten. 95 Frauen gebaren nach einer Laparaskopie und 56 nach einer Laparatomie.

    110 Schwangerschaften reiften länger als 24 Wochen aus. 73 dieser Frauen hatten Wehen, während 24 eine primäre Sectio erhielten (66,4 vs. 21,8 %).

    66 der 73 Frauen mit Wehen, gebaren ihre Kinder vaginal und lebend, ohne dass Uterusrupturen dokumentiert wurden. Bei der Betrachtung der Details fällt auf, dass Frauen, bei denen mit der Myomektomie das Cavum uteri eröffnet wurde, signifikant häufiger eine primäre Sectio angeraten wurde.

    Neun von zehn Frauen, die nach einer Myomektomie eine vaginale Geburt versuchten, konnten sie auch erfolgreich und ohne die befürchteten Uterusrupturen beenden. Frauen muss nach einer Myomentfernung demnach nicht in jedem Fall eine primäre Sectio angeraten werden.

    Die vaginale Geburt kann eine sichere Option sein und muss den Frauen im Rahmen der informierten Entscheidung vorgestellt werden.

    Quelle: Gambacorti-Passerini ZM, Penati C et al.: Vaginal birth after prior myomectomy. EJOG 2018. https://www.ejog.org/article/S0301-2115(18)31014-5/fulltext DHZ

    Rubrik: Beruf und Praxis