Sexuell übertragbare Erkrankungen

Werden Infektionen im Rektum angemessen behandelt?

Wie häufig kommen Gonorrhoe und Clamydien im Rektum vor und werden sie angemessen behandelt?

In einer groß angelegten Studie in den USA wurden in 24 Arztpraxen für sexuell übertragbare Krankheiten von 2015 bis 2016 50.785 Frauen auf Clamydien und Gonorrhoe untersucht. Sie wurden nach Analsex in den letzten zwei Jahren und speziell in den letzten drei Monaten befragt.

Insgesamt gaben 7,4 % der Frauen an, während der letzten zwei jahre Analsex praktiziert zu haben. Von 2.818 Frauen, die sowohl genital als auch rektal auf Clamydien untersucht wurden, waren 292 Testergebnisse positiv (61 nur genital, 60 nur rektal und 171 beides).

Von 2.829 Frauen, die sowohl genital als auch rektal auf Gonorrhoe untersucht wurden, waren 128 Testergebnisse positiv (31 nur genital, 23 nur rektal und 74 beides). Von allen Frauen, die sowohl genital als auch rektal untersucht wurden, zeigten 20,5 % eine Clamydieninfektion und 18 % eine Gonorrhoe.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die genitale Untersuchung auf sexuell übertragbare Erkrankungen zu kurz greift. Bei einem Fünftel der Frauen, die auch Analsex praktizieren, wird die Krankheit nicht entdeckt. Unentdeckte rektale Infektionen werden nicht behandelt und führen zur weiteren Infektionsausbreitung über die SexualpartnerInnen und zur Re-Infektion der Frauen.

Llata et al.: Rectal Chlamydia trachomatis and Neisseria gonorrhoeae infections among women reporting anal intercourse. Obstetrics & Gynecology 2018 132(3): 692-697. https://journals.lww.com/greenjournal/Citation/2018/09000/Rectal_Chlamydia_trachomatis_and_Neisseria.22.aspx