Studie

Wie Elternzeit das Verhalten von Männern ändert

  • Die Elternzeit von Vätern verändert die Familienrollen nachhaltig - selbst wenn sie nur zwei Monate zu Hause bleiben.

  • Väter, die in Elternzeit gehen, verbringen mehr Zeit mit ihren Kindern und verrichten mehr Haushaltsarbeit als andere Väter – und zwar nicht nur kurzfristig. Der Effekt halte auch noch Jahre nach der Elternzeit an, zeigt eine Studie des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen.

    Väter, die in Elternzeit waren, verbringen demnach in den ersten sechs Lebensjahren ihres Kindes am Wochenende täglich rund eineinhalb Stunden mehr mit ihren Kindern als Väter, die durchgehend arbeiteten.

    Auch was die Hausarbeit betrifft, macht sich die Elternzeit noch länger bemerkbar. Aus der Studie geht hervor, dass Väter, die Elternzeit und Elterngeld in Anspruch nahmen, täglich eine halbe Stunde mehr Hausarbeit leisteten.

    Auch wenn die meisten Väter nur zwei Monate Elternzeit nähmen, verändere dies langfristig die Rolle, die der Vater in der Familie habe, sagt Wirtschaftswissenschaftler Marcus Tamm, der an der Studie mitgearbeitet hat. "Dass diese Verhaltensänderungen so nachhaltig sind, war auch für uns überraschend."

    Die Elternzeit der Väter wirkte sich den Angaben zufolge auch auf die Erwerbstätigkeit der Mütter aus, zumindest im ersten Lebensjahr des Kindes: Mütter arbeiten dadurch pro Woche gut neun Stunden mehr.

    Die Auswertung basiert auf Daten des sozio-ökonomischen Panels (SOEP). Damit werden seit 1984 jährlich Daten von rund 11.000 Haushalten und insgesamt mehr als 30.000 Menschen in Deutschland erhoben. Die Elternzeit-Studie nutzte Angaben aus den Jahren 2000

    "Wir sehen bei denselben Vätern Unterschiede zwischen dem ersten Kind, bei dem sie keine Elternzeit genommen haben, und dem zweiten, bei dem sie mindestens zwei Monate genommen haben.", so Tamm.

    Quelle: dpa, 18.10.2018 spiegel online, 18.10.2018 DHZ