Kanadische Studie

Wie erleben Leihmütter Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach?

  • Wie die emotionale Belastung von Frauen nach Leihmutterschaft ist, war die Leitfrage in einer Studie aus Kanada.

  • Wieviel emotionale Belastung tragen Frauen nach einer Leihmutterschaft? Wie oft denken sie an ihre Kinder? In einer Studie aus Kanada wurden sowohl das Geburtserlebnis von Leihmüttern als auch ihr nachfolgender Kontakt zu den Eltern des von ihnen ausgetragenen Kindes untersucht.

    90 Leihmütter, die in 131 Geburten 157 Babys gebaren (darunter 26 Zwillingspaare), wurden anonym mittels eines Fragebogens gebeten, über ihre Erfahrungen zu berichten.

    Das mittlere Alter der Leihmütter betrug 31,7 +/- 5 Jahre. Mehr als ein Drittel von ihnen (37,4 %) trugen die Kinder für schwule Paare oder Single-Männer aus. Leihmütter, welche die Kinder für kanadische Eltern austrugen, berichteten über eine bessere Geburtserfahrung als jene, die die Kinder für Eltern im Ausland austrugen. 96,9 % berichten über keine oder nur geringe Probleme damit, das Baby nach der Geburt abgeben zu müssen. Weitergehender Kontakt mit den Eltern bestand in 93 % aller Fälle. Im Verhältnis zu heterosexuellen Paaren oder Single-Müttern haben die schwulen Paare oder Single-Männer signifikant häufiger Kontakt zur Geburtsmutter ihrer Kinder (54,3 % vs. 76,6 %).

    Schwule Paare und alleinstehende Männer können eher eine langanhaltende Beziehung zur Geburtsmutter ihres Kindes entwickeln als Paare, bei denen eine Frau in die Elternschaft involviert ist. Die Entwicklung institutioneller Leitlinien für den Umgang mit Leihmutterschaft muss auch die Fürsorge für die Geburtsmutter beinhalten.

    Quelle: Yee S, Librach C: Analysis of gestational surrogates’ birthing experiences and relationships with intended parents during pregnancy and post‐birth.  Birth 2019. https://doi.org/10.1111/birt.12450 DHZ

    Rubrik: Politik & Gesellschaft

    Erscheinungsdatum: 16.12.2019