Cochrane Review

Wie lassen sich Frauen zum Screeninig auf Gebärmutterhalskrebs gewinnen?

  • Laut einer Meta-Analyse haben direkte Einladungen das Potenzial, Frauen zu einem Screening auf Gebärmutterhalskrebs zu motivieren.

  • Gebärmutterhalskrebs zählt weltweit zur vierthäufigsten Todesursache aufgrund einer Krebserkrankung bei Frauen. Eine präventive Impfung hat das Potenzial, das Risiko einer Erkrankung an Gebärmutterhalskrebs um 90 % zu senken. Wurde keine Impfung durchgeführt, kommt einer frühzeitigen Diagnose eine wichtige Bedeutung zu: Wie bei vielen Krebserkrankungen steigt die Erfolgsaussicht auf Heilung bei Gebärmutterhalskrebs, je früher er entdeckt wird. Dies ist im Rahmen eines Screenings möglich.

    Seit 1998 wird in Großbritannien (GB) ein landesweites Screeningverfahren auf Gebärmutterhalskrebs durchgeführt. Die Daten zeigen, dass jährlich bis zu 3.900 neue Krebserkrankungen vermieden werden können. Die Screening-Untersuchung wird jedoch nicht von allen anspruchsberechtigten Frauen in Anspruch genommen, sondern in GB von circa 75 %.

    Auch Daten aus anderen Ländern zeigen, dass nicht alle anspruchsberechtigten Frauen am Screeningverfahren auf Gebärmutterhalskrebs teilnehmen. Anhand einer Meta-Analyse wurde untersucht, welche Einladungsformen Frauen in welcher Form motivieren, sowohl einen Termin für das Screening auf Gebärmutterhalskrebs zu vereinbaren als auch spätere Untersuchungen in regelmäßigen Abständen wahrzunehmen.

    Evaluiert wurden Daten aus 69 randomisiert-kontrollierten Studien (n = ca. 258.000). Die Studiengruppe umfasste Frauen, die Einladungen per Telefon, SMS oder Informationsmaterial erhielten beziehungsweise an Aufklärungsveranstaltungen teilnahmen. Die Kontrollgruppe umfasste Frauen, die Zugang zu den jeweils landesüblichen Angeboten hatten. Die Teilnehmerinnen stammten vorwiegend aus Ländern mit hohem durchschnittlichem Einkommen.

    Die Ergebnisse zeigten auf, dass mündliche und schriftliche Einladungen effektiver als der Verzicht darauf waren (Studiengruppe: 14 % vs. Kontrollgruppe: 8 %), Frauen zur Teilnahme an Screening Untersuchungen zu motivieren. Hierbei waren personalisierte Einladungen sowie Einladungen mit Screening-Termin erfolgreicher als unpersönliche Einladungen. Aufklärung und Bildung erhöhten ebenfalls den Anteil der wahrgenommenen Screening-Untersuchungen (Studiengruppe: 21 % vs. Kontrollgruppe 16 %). Ein Selbsttest wurde als Alternative zur herkömmlichen Screening-Untersuchung aufgezeigt.

    Die Autor:innnen schlussfolgern, dass Einladungen das Potenzial haben, Frauen zu einem Screening auf Gebärmutterhalskrebs zu motivieren. Ebenso scheinen Aufklärung und Bildung effektiv zu sein, jedoch bleibt unklar, welches Format am effektivsten wirkt. Da der Großteil der Daten aus Ländern mit hohem durchschnittlichem Einkommen stammt, bleiben Aussagen für Länder mit mittlerem und geringem durchschnittlichen Einkommen offen.

    Quelle: Staley H, Shiraz A, Shreeve N, Bryant A, Martin-Hirsch PP, Gajjar K: Interventions targeted at women to encourage the uptake of cervical screening. Cochrane Database Syst Rev  2021. 9, CD002834. doi: 10.1002/14651858.CD002834.pub3 ∙ DHZ

    Rubrik: Medizin & Wissenschaft

    Erscheinungsdatum: 07.01.2022