Internationales Forschungsvorhaben

Wie stillfreundlich ist Deutschland?

Das internationale Forschungsvorhaben „Becoming Breastfeeding Friendly“ (BBF) führt seit September 2017 eine systematische Bestandaufnahme zur Stillförderung in Deutschland durch. Dazu recherchierte eine Kommission aus ExpertInnen aus Politik, Praxis, Wissenschaft und Medien Informationen zu allen wichtigen Handlungsfeldern der Stillförderung und analysierte die Daten systematisch auf der Grundlage von 54 internationalen BBF-Bewertungskriterien. Das Forschungsvorhaben BBF wird auf Initiative des Bundesernährungsministeriums vom Netzwerk Gesund ins Leben und der Nationalen Stillkommission gemeinsam mit der Yale School of Public Health durchgeführt.

Die Ergebnisse wurden am 5. Juni in Berlin auf der Fachkonferenz „Wie stillfreundlich ist Deutschland?“ vorgestellt. Rund 170 Interessierte und AkteurInnen aus den verschiedenen Bereichen der Stillförderung waren dort, um mit den ExpertInnen und Podiumsgästen die Zukunft der Stillförderung in Deutschland zu diskutieren.

Deutschland ist gemäß der Auswertung als moderat stillfreundlich zu beschreiben. Die Gesetzgebung und Finanzierung wichtiger Maßnahmen der Stillförderung wie Mutterschutzgesetz und Elterngeld gehören zu den Stärken. Besonders schwach schneidet Deutschland in den Handlungsfeldern Werbung sowie Forschung und Evaluation ab. Die Ergebnisse zeigen differenziert Ansatzpunkte auf, um die Rahmenbedingungen für das Stillen zu verbessern. Unter anderem sollte eine nationale Strategie zur Stillförderung erarbeitet , die Vereinbarkeit von Stillen und Beruf, Studium sowie Ausbildung gefördert und hierzu adressatengerecht informiert sowie durch Vernetzung aller Akteurinnen und Akteure vor Ort ein niedrigschwelliger Zugang zu evidenzbasierter Stillberatung und -unterstützung ermöglicht werden.

Weitere Ergebnisse und Empfehlungen:> https://www.gesund-ins-leben.de/inhalt/stillfoerderung-geht-alle-an-31353.html.

Quelle: Gesund Ins Leben 2019. www.gesund-ins-leben.de DHZ

Rubrik: 1. Lebensjahr