HIV

Zahl an Neuinfektionen gesunken

Im vergangenen Jahr haben sich laut Robert Koch-Institut (RKI) weniger Menschen in Deutschland mit HIV angesteckt. Nach einer Schätzung liege die Zahl der Neuinfektionen bundesweit bei 2.400, das seien 100 Fälle weniger als im Jahr zuvor, teilte das RKI am 14. November 2019 in Hinblick auf den Welt-Aids-Tag am 1. Dezember mit. Die Zahlen werden jährlich neu errechnet, da HIV oftmals erst Jahre nach der Ansteckung diagnostiziert wird. Sie sind nicht zu verwechseln mit den tatsächlich gemeldeten Neudiagnosen.

Der Trend kommt nach Institutsangaben aus der wichtigsten Betroffenengruppe: Bei homo- und bisexuellen Männern sei die Zahl der geschätzten HIV-Neuinfektionen seit 2012 um gut ein Viertel zurückgegangen. Wahrscheinlich liege dies in erster Linie an gesteigerter Testbereitschaft und einer Ausweitung der Testangebote. Auch die Empfehlung, sofort mit einer Behandlung zu beginnen, habe offenbar zu dem Erfolg beigetragen.

Insgesamt geht das Institut von fast 88.000 HIV-Infizierten Menschen in Deutschland aus, schätzungsweise mehr als 10.000 von ihnen wissen jedoch noch nichts davon. Dadurch könne das Virus unbeabsichtigt weitergegeben werden. Auch die Sterblichkeit sei bei späten Diagnosen höher. 2018 starben nach RKI-Angaben schätzungsweise 440 Menschen an den Folgen einer HIV-Infektion, seit Beginn der Epidemie in den 1980er Jahren rund 29.000.

Die Deutsche Aidshilfe nimmt an, dass auch die HIV-Vorbeugung mit Medikamenten (sogenannte Prä-Expositionsprophylaxe, kurz PrEP) wahrscheinlich mit zum Rückgang der Neuinfektionen beigetragen hat. Diese sei seit Herbst 2017 erhältlich, seit 1. September übernähmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten.

Quelle: dpa, 14.11.2019 · DHZ

Rubrik: Medizin & Wissenschaft

Erscheinungsdatum: 18.11.2019