Deutscher Hebammenverband e.V.

„Zukunftsdialog“ mit Visionen und Kernthemen für ein „Zukunftsforum“

  • Präsentation der Kernthemen aus den Arbeitsgruppen: Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Katharina Desery, Ulrike Hauffe und Ulrike Geppert-Orthofer (v.l.n.r.)

  • Weil der „Pflegetag“ in Berlin aufgrund der Corona-Epidemie kurzfristig auf November verschoben werden musste, verlegte das DHV-Präsidium ebenfalls das daran gekoppelte „Zukunftsforum“ auf den Herbst. Der Verband hatte dafür ursprünglich 250 TeilnehmerInnen eingeladen.

    Stattdessen fand am 11. und 12. März im Novotel Berlin am Tiergarten der abgespeckte „Zukunftsdialog“ mit 80 TeilnehmerInnen statt: PraktikerInnen aus dem Bereich Geburtshilfe, VertreterInnen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden waren eingeladen, gemeinsam ihre Visionen für die Zukunft der Geburtshilfe und die Hebammenarbeit zu entwerfen.

    Es war eine der letzten öffentlichen Veranstaltung vor dem großen Shutdown in der Hauptstadt. Die beiden professionellen ModeratorInnen Matthias zur Bonsen und Jutta Herzog führten auf beeindruckende Weise durch die produktive Veranstaltung, indem sie das Werkzeug „World Café“ durch gezielte Frage- und Aufgabenstellungen und ein kluges Zeitmanagement einsetzen. In unterschiedlichen Konstellationen saßen die TeilnehmerInnen zu verschiedenen Fragestellungen in 16 Fünfer-Gruppen zusammen. Alle hielten auf ihren Knien gemeinsam eine große runde Pappscheibe mit Schreibblatt, die als Schreibtisch fungierte.

    Solche Nähe wird wohl vorerst lange Zeit nicht mehr möglich sein – sie löste hier vom ersten Moment an ein lebendiges Arbeitsklima im intensiven Zusammen- und Weiterdenken aus. Die Ergebnisse der Gruppen wurden in neuen Konstellationen mehr und mehr fokussiert, verdichtet und ausformuliert. Parallel wurden die Ergebnisse auch bildlich von der Zeichnerin (Graphic Recorderin) Marie Jacobi auf drei großen Plakaten festgehalten.

    Zum Abschluss stellte die Präsidentin des DHV, Ulrike Geppert-Orthofer, einem Gast aus der Politik, Dr. Kirsten Kappert-Gonther (Bündnis 80/die Grünen), das Ergebnis in wesentlichen Kernpunkten einer innovativen, humanen Geburtshilfe vor. Darunter waren Themen wie „Interdisziplinäre Zusammenarbeit“, das Gesundheitsziel „Gesundheit rund um die Geburt“, die „Primärversorgung durch die Hebamme“, „die Frau im Zentrum“ oder auch „Chancengleichheit“. Auf dieser Grundlage kann im Herbst beim „Zukunftsforum“ das Konzept weiter vertieft und verfeinert werden.

    Kappert-Gonther hatte auch eine gute Nachricht vom Vortag mitgebracht: Bei der Regierungsbefragung im Bundestag habe Gesundheitsminister Jens Spahn auf ihre Nachfrage nach Einführung der Eins-zu-eins-Hebammenbetreuung geantwortet: „Wir sind uns im Ziel einig, über den Weg dahin können wir sprechen“ – man arbeite im Ministerium daran. „Damit kann man etwas anfangen“, schloss die Grünenpolitikerin: „die Antwort ist öffentlich dokumentiert.“

    Quelle: Katja Baumgarten/DHZ, 18.3.2020

    Rubrik: Politik & Gesellschaft

    Erscheinungsdatum: 18.03.2020