Gewalt gegen Hebammen im Kreißsaal

Geschlagen, beschimpft, bespuckt

Gewalt gegen Pflegepersonal, Ärzt:innen, Rettungsdienst, Gebärende oder Patient:innen steht immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Gewalt gegen Hebammen wurde bisher hingegen kaum untersucht. Eine Bachelorarbeit setzt sich mit Ursachen, Akteur:innen, Formen und Prävention von Gewalt gegen klinisch tätige Hebammen auseinander. Prof. Dr. Sandy Kujumdshiev | Tobias Richter

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) stellt in seinem Jahresbericht 2022 zur Beschäftigtenbefragung »DGB-Index Gute Arbeit« fest, dass deutschlandweit 65 % der Beschäftigten am Arbeitsplatz Konflikten und Streitigkeiten mit Kunden:innen, Klienten:innen und Patient:innen ausgesetzt sind (DGB, 2022). Die Berufsgruppe der Hebammen ist besonders von Gewalt betroffen, ähnlich wie beispielsweise Rettungsdienstpersonal (Händlmeyer et al., 2021).

Die mediale Aufmerksamkeit und ein Forschungsfokus lagen bislang auf dem Thema Gewalt in der Geburtshilfe, das zunehmend öffentlich thematisiert wird. Immer häufiger sprechen Frauen und Familien über Gewalterfahrungen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt, durch verstärkte Forschung zu diesem Thema würden Missbrauch und Vernachlässigung unter der Geburt aufgedeckt; es handle sich um ein weltweites Problem (WHO, 2015). Um die Seite der klinisch tätigen Hebammen im Kreißsaal genauer zu betrachten und mehr über die Ursachen von Gewalt gegen klinisch tätige Hebammen zu erfahren, sollten ihre Erfahrungen in einer Bachelorarbeit genauer erhoben werden.

 

Abbildung 1: Formen der Gewalt

Quelle: eigene Darstellung/angepasst nach Galtung, 2004 sowie Hartmann & Kruse, 2022, S. 9-10

 

Definition und Formen von Gewalt

 

Die WHO definiert Gewalt wie folgt: »Der absichtliche Gebrauch von angedrohtem oder tatsächlichem körperlichem Zwang oder physischer Macht gegen die eigene oder eine andere Person, gegen eine Gruppe oder Gemeinschaft, der entweder konkret oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen, Tod, psychischen Schäden, Fehlentwicklung oder Deprivation führt.« (WHO, 2003, S.6) Um Gewalt gegen Hebammen zu untersuchen, wurde diese in Unterformen eingeteilt – in Anlehnung an Johan Galtung sowie Katharina Hartmann und Martina Kruse (Galtung, 2004; Hartmann & Kruse, 2022) (siehe Abbildung 1).

 

Methode

 

Es wurde ein Fragebogen im Mixed Methods Design mit offenen, halboffenen und geschlossenen Fragen entwickelt. Konkret wurde ein Triangulationsdesign zugrunde gelegt, mit dem qualitative und quantitative Verfahren der Datenerhebung kombiniert wurden. Die Datenerhebung erfolgte deutschlandweit in einer Online-Umfrage zwischen dem 10. und 23. Mai 2023 bei klinisch tätigen Hebammen. Über Social-Media-Plattformen wurde der Link zum Online-Fragebogen verbreitet. Insgesamt wurden 20 Fragen erstellt. Die erste Frage überprüft die Einschlusskriterien:

  • Berufszulassung als Hebamme
  • Tätigkeit in einem Kreißsaal
  • Tätigkeitsort in Deutschland
  • Zustimmung zum Datenschutz (inklusive Sammlung und Auswertung der Daten) und zum Widerrufsrecht.

Ausschlusskriterien waren:

  • Hebammentätigkeit außerhalb des Kreißsaals
  • Werdende Hebammen in Ausbildung oder Studium.

Die Fragen 2 bis 5 beschäftigen sich mit demografischen Daten wie Geschlecht, Alter, Berufsabschluss sowie dem Tätigkeitsstatus und -umfang in der Klinik.

 

 

 

Abbildung 2: Formen körperlicher Gewalt gegen Hebammen

Quelle: eigene Darstellung

Fragen 6 bis 11 thematisieren Gewalterfahrungen und -formen. Diese Fragen wurden auf Basis der Gewaltformen nach Galtung sowie Hartmann & Kruse (siehe Abbildung 1) sowie in einzelnen Punkten anhand der Ergebnisse von Saskia Böhle und Team entwickelt, welche die einzige in Deutschland durchgeführte Untersuchung zu Gewalt gegenüber geburtshilflichem Personal an Berliner Geburtskliniken publizierten (Böhle et al., 2022).

Die Fragen 12 bis 20 beziehen sich auf Ursachen, Maßnahmen und Folgen von Gewalterfahrungen. Sie wurden teilweise in Anlehnung an den Artikel »Therapeutische Interventionen nach Gewaltverbrechen - Hohes Traumatisierungsrisiko« von Marion Sonnenmoser sowie an das Buch »Geburt positiv erleben - Chancen und Grenzen moderner Entbindungsmöglichkeiten« von Hans Maier und Barbara Neumann erstellt (Sonnenmoser, 2011; Maier & Neumann, 2019) . Die Fragen 19 und 20 wurden in Anlehnung an die Umfrage der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) mit dem Titel »Belastungen durch Aggression und Gewalt gegenüber Beschäftigten der Pflege- und Betreuungsbranche in Deutschland - ein Survey« aus dem Jahr 2018 entwickelt.

Der Fragebogen enthält zu den jeweiligen Fragen eine Erläuterung, sowie Erklärungen und Definitionen bei den Antwortmöglichkeiten. Bei den Fragen 7 bis 15 waren Mehrfachantworten möglich.

 

Datenerhebung

 

Die deskriptive Datenanalyse erfolgte automatisch durch den Anbieter (> www.survio.com) des Online-Fragebogens. Die Analyse von fehlerhaften Teilnahmen und Mehrfachteilnahmen erfolgte manuell. Ließen sich Antworten aus den Freitextfeldern »Sonstige« eindeutig einer vorgegebenen Antwortoption zuordnen, wurden diese Antworten nachträglich entsprechend zugeordnet. Die Analyse der individuellen Antworten erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Fenzl & Mayring (2019).

 

Ergebnisse

 

Von den 345 Fragebögen konnten 322 wissenschaftlich ausgewertet werden. 23 Antworten wurden aufgrund von Mehrfachteilnahmen oder nicht-klinischer Hebammentätigkeit ausgeschlossen. Von den 322 klinisch tätigen Hebammen gaben 91,9 % an, Gewalterfahrungen erlebt zu haben. Unter den Hebammen, die Gewalt erfahren haben, gaben 80,1 % verbale/psychische Gewalt an. Es folgten strukturelle Gewalt mit 51,9 % und körperliche/physische Gewalt mit 52,7 %. Die niedrigsten Werte fanden sich in den Kategorien sexualisierte Gewalt (20,5 %), kulturelle Gewalt (25,2 %), keine Gewalterfahrungen (4,0 %) und sonstige Gewaltform (1,2 %). Eine Mehrfachauswahl war hierbei möglich.

 

Quelle: eigene Darstellung

Frage 8 beinhaltet Unterformen der körperlichen (physischen) Gewalt. Hier waren Mehrfachantworten möglich. Mit 46 % wurde hier am häufigsten die Kategorie »Festhalten/schmerzhaftes Zupacken« angegeben, 41,9 % der Befragten haben »Kratzen/Kneifen« erlebt. 37,6 % der Hebammen gaben an, sie hätten keine körperliche (physische) Gewalt erlebt (siehe Abbildung 2). Am seltensten kamen »An den Haaren ziehen« (2,8 %) und »Zerstören von persönlichen Sachen (zum Beispiel Brille, Kleidung und anderes)« (0,3 %) vor.

Die halboffene Frage 10 befasst sich mit Unterformen verbaler und psychischer Gewalt. Dabei konnten die Teilnehmenden aus acht Kategorien ihre Antworten mehrfach auswählen. Am häufigsten (70,2 %) wurden »Beleidigungen« gegenüber Hebammen im Kreißsaal genannt, gefolgt von »Drohungen« (48,1 %). Die dritthäufigste Antwort war »Entwürdigung« (37,6 %). »Keine verbale/psychische Gewalt erlebt« zu haben und »Mobbing« gaben jeweils 14,9 % der Teilnehmenden an. Im unteren Bereich folgen die Kategorien »Erpressung« (9,6 %), »Stalking« (2,8 %) und »Sonstiges« (1,9 %).

In Frage 11 werden Unterformen sexualisierter Gewalt abgefragt. Hierbei waren Mehrfachantworten möglich. Dreiviertel der Teilnehmenden (74,8 %) haben keine sexualisierte Gewalt erfahren. 23,9 % haben »sexuelle Kommentare/Bemerkungen« erlebt. 1,9 % der Teilnehmenden schilderten unter »Sonstige« ihre Erlebnisse: »Berührungen durch den Partner der Schwangeren«, »Beim Bonding fragte der Mann (Frau im Sectio-OP bei ITN) ob ich mich nicht auch oben ohne danebenlegen wolle«, »Anbaggern«, »Anmachsprüche«, »Unangemessene Textnachrichten«, »Ich lasse mir von Frauen überhaupt nichts sagen, du Hure/Fotze« (siehe Abbildung 3).

Mit Frage 12 wird erhoben, von welchen Personen oder Gruppen die Gewalt ausging. »Begleitperson/-en« wurden von 68,6 % der Teilnehmenden genannt. Den zweithöchsten Wert mit 60,9 % wies die Kategorie »Schwangere/Gebärende/Wöchnerin« auf. Mit 28,0 % benannten die Teilnehmenden die Gewalt durch die eigene Berufsgruppe in der Kategorie »Hebamme« (siehe Abbildung 4). 5,3 % gaben »sonstige Person/keine Gewalterfahrungen« an. Einige Hebammen nannten als Akteur:innen »Doula/ Geburtsbegleiterin«, »Pflegedirektion«, »leitende Hebamme« (dreimal) oder »Chefarzt«. Zweimal wurde »strukturelle Gewalt« aufgeführt. Es bestand die Möglichkeit von Mehrfachantworten.

In Frage 15 werden Annahmen oder Meinungen zu Auslösern der Gewalt abgefragt (siehe Tabelle 1). Hier waren ebenfalls Mehrfachantworten möglich. »Stress« wurde von 61,8 % der Befragten genannt, gefolgt von »Angst vor der Geburt/Angst vor Komplikationen« (58,1 %). Mehr als die Hälfte (50,9 %) der Teilnehmenden nannte »Unwissenheit über den Verlauf einer Geburt«. Einen »kulturellen/religiösen Hintergrund« vermuteten 30,7 % und »zu hohe Erwartungshaltungen« 31,7 % . Die Kategorie »Zustand nach traumatischer Erfahrung/Geburtserfahrung« wurde von 16,5 % genannt. Unter »Sonstige« gaben die Befragten (11,5 %) folgende zusätzliche Auslöser an: Altersunterschied zwischen Gebärender und Hebamme, Kontaktbeschränkungen während der Pandemie, fehlende Empathie, Hierarchien/Machtdemonstrationen/Frustration/Patriarchat, falsche Informationen sowie Hebamme beziehungsweise Arzt/Ärztin.

 

Abbildung 3: Sexualisierte Gewalt gegen Hebammen

Quelle: eigene Darstellung

 

Mit Frage 19 wurden Maßnahmen und Konzepte im Fall von Gewalterfahrungen in den Kreißsälen/Kliniken ermittelt. Mit 88,5 % am häufigsten wurde ein Fehlen klinikseitiger Maßnahmen oder Konzepte angegeben. Die restlichen 11,5 % bejahten, dass es Maßnahmen und Konzepte bei ihnen im Kreißsaal/Krankenhaus gäbe. Im Freitextfeld wurden konkrete Maßnahmen aufgeführt (siehe Tabelle 2).

Frage 20 ermittelt Maßnahmen, Ideen oder Wünsche der Hebammen. Die Freitext-Antworten wurden inhaltsanalytisch aufbereitet und in Kategorien zusammengefasst (siehe Tabelle 3). 63,4 % der Befragten gaben Maßnahmen aus der Kategorie »Trainings bzw. Schulungen zum Thema Gewalt für Hebammen« an. 54,3 % nannten Checklisten, Handlungsabläufe und anderes, was sich der Kategorie »strukturelle Maßnahmen zur primären und sekundären Prophylaxe« zuordnen ließ. 24,2 % nannten »Maßnahmen zur Vorbereitung und Information von Gebärenden und Begleitpersonen«. 15,2 % wünschten sich professionelle Unterstützung, zum Beispiel Seelsorge oder psychologische Unterstützung, aber auch strukturelle/organisatorische Maßnahmen wie Codeworte, Sicherheitsdienst und Notfallnummern wurden aufgeführt. Es bestand die Möglichkeit von Mehrfachantworten.

 

Diskussion

 

 

Abbildung 4: Gewaltausübende Personen(-gruppen)

Quelle: eigene Darstellung

Die Online-Umfrage ergänzt die vorliegenden Daten zur klinischen Hebammenarbeit im Kreißsaal. Insgesamt lässt sich feststellen, dass das Personal in der Pflege (BGW, 2018), im Rettungsdienst (Händlmeyer et al., 2021) und auch im Kreißsaal (Böhle et al., 2021) Gewalt ausgesetzt ist. Dabei konnte eine hohe Übereinstimmung bei den Ursachen und Formen der Gewalt festgestellt werden.

Saskia Böhle und ihr Team wiesen Werte von 86 % verbaler Gewalt und 47 % körperlicher Gewalt nach (Böhle et al., 2021). In der hier durchgeführten Online-Umfrage gab es mit 80,1 % etwas weniger verbale/psychische Gewalterfahrungen, jedoch mit 50,9 % etwas mehr körperliche (physische) Gewalt. Die Beteiligung an der Umfrage war mit 322 teilnehmenden Hebammen höher als bei der Studie von Böhle, an der nur 173 Hebammen beziehungsweise Ärzt:innen aus Berliner Kliniken teilnahmen. Im Vergleich zum Artikel von Händlmeyer, wo in jedem der 425 Fragebögen »... über mindestens eine Gewaltanwendung in den vergangenen 12 Monaten« berichtet wurde, sind die Ergebnisse aus der eigenen Umfrage mit insgesamt 91,9 % etwas geringer (Händlmeyer et al., 2021, S.1).

Beide Ergebnisse zeigen aber, dass alle Personen aus dem Rettungsdienst und fast jede Hebamme mindestens schon eine Gewalterfahrung in ihrem Berufsleben hatten. Bei der Befragung der BGW nahmen 1.578 Pflegefachpersonen teil und bildeten somit die größte Gruppe an Teilnehmenden unter den hier dargestellten Studien und Befragungen. Von den dort Befragten gaben 94 % verbale und 70 % körperliche Gewalterfahrungen an (BGW, 2018). Dabei stellt sich auch hier im Vergleich zur Online-Umfrage ein deutlich höherer Wert an verbaler und körperlicher Gewalt dar. Die BGW führte auch wirksame Maßnahmen gegen Gewalt auf wie beispielsweise »Handlungsanleitungen, Nachsorgegespräche, Fallbesprechungen/Supervision, Deeskalationstraining und technische Notfallsysteme« (BGW, 2018, S.15).

Quelle: eigene Darstellung

Diese Maßnahmen deckten sich mit den Wünschen, Ideen und Vorschlägen der teilnehmenden Hebammen, die sie unter der Frage Nr. 20 angaben. Die möglichen Ursachen für Gewalterfahrungen, zum Beispiel schnelle Interventionen als forensische Absicherung, falsche Vorstellungen über den Geburtsprozess, fehlende Eins-zu-eins-Betreuung, strukturelle Probleme wie Personalmangel und die hohe Verantwortung des geburtshilflichen Personals, die auch Maier und Neumann benennen, finden sich bei den genannten Ursachen der Gewalt gegenüber klinisch tätigen Hebammen im Kreißsaal wieder (Maier & Neumann, 2019).

Schockierend ist die Angabe von sexueller Gewalt von 20,5 % der teilnehmenden Hebammen. Diese ist zwar etwas niedriger als bei der europaweiten Befragung aus dem Jahr 2012, wo etwa 33 % der Frauen zwischen 18 und 74 Jahren angaben, körperliche/sexualisierte Gewalt erfahren zu haben, jedoch zeigen diese Zahlen einen akuten Handlungsbedarf (European Union Agency for Fundamental Rights, 2014). Auch die Gewalt innerhalb der Berufsgruppe der Hebammen selbst, die etwas mehr als ein Viertel (28 %) der Teilnehmenden benannten, gibt Anlass zur Diskussion.

In dieser Forschungsarbeit wurden umfangreiche Daten zu Gewalterfahrungen einer bisher kaum im Forschungsfokus stehenden Berufsgruppe erhoben. Die Stärke der Bachelorarbeit lag in ihrem klaren Fokus auf klinisch tätige Hebammen in deutschen Kreißsälen. Die Ergebnisse dieser deutschlandweiten Fragebogen­erhebung ließen erstmals einen Erkenntnisgewinn für diese Fragestellung in diesem konkreten Forschungsfeld zu.

 

 

Quelle: eigene Darstellung

Eine weitere Besonderheit des Fragebogens stellte die Kombination aus quantitativer und qualitativer Datenerhebung dar. Die quantitativen, geschlossenen Fragen wurden statistisch mit deskriptiver Datenanalyse ausgewertet und ermöglichten Erkenntnisse zu den Formen der Gewalt und der Häufigkeit ihres Auftretens.

Die Ergebnisse aus der Umfrage können als eine Grundlage für weitere Forschung dienen. Beispielsweise könnte die Zielgruppe um freiberuflich tätige Hebammen oder werdende Hebammen in Ausbildung oder Studium erweitert werden. Es könnten die Wünsche, Ideen oder Vorstellungen der befragten Hebammen und die Lösungsvorschläge dieser Bachelorarbeit erprobt werden (inklusive anschließender Evaluation).

Es wäre sinnvoll, diese Online-Umfrage in überarbeiteter Form erneut in einem noch längeren Untersuchungszeitraum, mit einem breiterem Feldzugang durchzuführen (beispielsweise durch aktives Verbreiten der Online-Umfrage per E-Mail an alle Kreißsäle in Deutschland). Vergleichende Untersuchungen zwischen aktuell tätigen und bereits berenteten Hebammen könnten erfolgen, um Aussagen zur Entwicklung von Gewaltbereitschaft gegenüber Hebammen abzuleiten. Auch internationale Vergleiche zu diesem Thema sind denkbare Forschungsgegenstände.

 

Fazit

 

Die Untersuchung der Gewalt gegen klinisch tätige Hebammen ist von hoher Relevanz für die praktische Tätigkeit. Viele Hebammen und auch einige werdende Hebammen im Studium meldeten großes Interesse an diesem Thema zurück. Die Ergebnisse aus der Umfrage zeigen, dass zu diesem Thema weiterhin großer Forschungsbedarf besteht.

Das Bewusstsein und die Sichtbarkeit des Themas »Gewalt« sollten in der Öffentlichkeit gestärkt werden. Institutionen wie Kliniken und Behörden sollten ausreichende Ressourcen bereitstellen, um übergriffige Verhaltensweisen zu unterbinden. Alle Beteiligten sollten vor, während und nach der Geburt respektvoll miteinander umgehen. Nur so ist eine gute Betreuung im Kreißsaal gewährleistet. 

 

Rubrik: Ausgabe 07/2024

Vom: 01.07.2024