Studie aus China

Geburtsmodus bei Oligohydramnion

  • Ein Oligohydramnion ist keine isolierte Indikation zur Sectio.

  • Ziel dieser chinesischen Untersuchung war es, die Häufigkeit des Auftretens eines Oligohydramnions am Termin festzustellen und wie diese Diagnose den Geburtsausgang beeinflusst.

    Im Jahr 2011 wurden dafür 89.050 Schwangere in die Untersuchung einbezogen. Bei 3.954 (4,4 %) von ihnen wurde ein Oligohydramnion diagnostiziert. Das bedeutet, dass eine Fruchtwassermenge von 200 bis 500 ml unterschritten wird.

    Bei Schwangeren mit diesen Anzeichen wurde im Vergleich zu den anderen Schwangeren signifikant häufiger ein präexistenter oder ein Gestationsdiabetes festgestellt. Ebenso zeigten sich signifikant häufiger Wachstumsretardierungen, Adipositas der Mutter, Fehleinstellungen des Feten und Auffälligkeiten der fetalen Herzfrequenz (p < 0,001).

    Die Sectiorate war mit 84,4 % bei Oligohydramnion signifikant höher als ohne (54,7 %). Außerdem war bei zwei Drittel der Sectiones das Oligohydramnion die einzige Indikation zum Kaiserschnitt. Es zeigte sich aber, dass die Frauen, die mit Oligohydramnion vaginal gebaren, kein schlechteres Outcome aufwiesen, als die Frauen ohne. Das bedeutet, dass ein Oligohydramnion keine isolierte Indikation zur Sectio darstellt. Die vaginale Geburt geht dabei nicht mit einer steigenden perinatalen Mortalität einher.

    Quelle: Hou L, Wang X et al.: Delivery mode and perinatal outcomes after diagnosis of oligohydramnios at term in China. The Journal of Maternal-Fetal & Neonatal Medicine. (11) 2018. https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/14767058.2018.1553944DHZ

    Rubrik: Geburt