Ecuador

Gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert

  • Viele Menschen feierten im Juni die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Ecuador.

  • Als fünftes Land in Südamerika hat Ecuador die gleichgeschlechtliche Ehe ermöglicht. Das Verfassungsgericht in Quito gab am 12. Juni mit einer knappen Mehrheit von fünf zu vier Stimmen den Klagen von zwei homosexuellen Paaren statt. Auch bei der Definition der Ehe müsse jegliche Diskriminierung ausgeschlossen werden, teilten die Richter mit. In dem stark katholisch geprägten Land waren bislang nur gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften legal.

    VertreterInnen von Lesben- und Schwulenverbänden feierten die Entscheidung als historisch. Zugleich verwiesen sie darauf, dass das Urteil des Verfassungsgerichts bindend sei. „Wir werden weiter kämpfen und uns nun für das Recht gleichgeschlechtlicher Paare auf die Adoption von Kindern einsetzen“, sagte die Vorsitzende der Nationalen LGTBI (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender)-Vereinigung, Diane Rodríguez. Konservative Gruppen in Ecuador hatten gefordert, einer Entscheidung über die gleichgeschlechtliche Ehe müsse eine Volksbefragung vorausgehen.

    In Südamerika ist die gleichgeschlechtliche Ehe bereits in Argentinien, Brasilien, Kolumbien und Uruguay eingeführt. Vorausgegangen war eine Empfehlung des Interamerikanischen Gerichtshofes, der seinen Sitz in Costa Rica hat und von zahlreichen Ländern Lateinamerikas anerkannt wird. Auch die Richter in Ecuador beriefen sich auf diese Empfehlung.

    Quelle: dpa, 13.6.2019 DHZ