Argentinien

Parlament lehnt Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs ab

In Argentinien ist eine Initiative zur Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs gescheitert. Der Senat lehnte Anfang August mit 38 gegen 31 Stimmen eine Gesetzesvorlage ab, die bereits von der Abgeordnetenkammer angenommen worden war.

Zehntausende Menschen hatten sich während der 16-stündigen Debatte auf den Straßen rund um das Parlament versammelt, um teils für und teils gegen die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs zu demonstrieren.

In Argentinien ist der Abbruch bislang nur im Fall von Vergewaltigung oder Lebensgefahr für die Mutter erlaubt. Nach Schätzungen des Gesundheitsministeriums werden jedoch jährlich über 350.000 illegale Abbrüche durchgeführt. Rund 50.000 Frauen werden jährlich wegen gesundheitlicher Komplikationen nach diesen Eingriffen in Krankenhäuser eingeliefert.

Nach der gültigen Gesetzgebung von 1921 machen sich bei einem Schwangerschaftsabbruch nicht nur die ÄrztInnen, sondern auch die Frauen strafbar. Zwischen 2007 und 2016 sind in Argentinien 63 Menschen in Verbindung mit illegalen Schwangerschaftsabbrüchen vor Gericht verurteilt worden.

Die Abstimmungen fanden in beiden Parlamentskammern ohne Fraktionszwang statt. Der konservative Staatschef Mauricio Macri hielt sich neutral. Einige Minister, darunter der Gesundheitsminister, sprachen sich für die Gesetzesvorlage aus, andere Regierungsmitglieder dagegen. Die Katholische Kirche hatte aktiv gegen die Legalisierung der Abtreibung gestritten.

Quelle: dpa 9.8.2018 DHZ