Australische Studie

Viele australische Hebammen unzufrieden im Beruf

Viele Hebammen sind unglücklich in ihrem Beruf und entscheiden sich daher dazu, ihn aufzugeben – so das Ergebnis einer australischen Studie. Das „Work, Health and Emotional Life of Midwives“ (WHELM)- Projekt befragte 1.037 Hebammen und wertete die Daten aus.

Knapp die Hälfte (42,8 %) der Befragten hatte in den vorangegangenen sechs Monaten erwogen, den Beruf zu verlassen. „Unzufriedenheit mit der Organisation der Hebammenbetreuung“ und/oder „Unzufriedenheit mit der Rolle als Hebamme“ waren die zwei häufigsten Gründe für die Überlegung, die Arbeit niederzulegen. Nahezu die Hälfte der Hebammen, die einen Austritt in Betracht gezogen hatten, war mit den Führungskräften unzufrieden.

Hebammen waren der Ansicht, dass ihre Fähigkeit, eine qualitativ hochwertige Versorgung der Schwangeren bereitzustellen, durch ein fragmentiertes medizinisches System eingeschränkt wurde, das weder für die Frauen noch für sie selbst funktionierte. Die Ergebnisse dieser Studie tragen zunehmend zu der Forderung bei, dass politische EntscheidungsträgerInnen und GesundheitsdienstleisterInnen die Angebote für werdende Mütter neu ausrichten müssten, um Frauen die Möglichkeit zu geben, positive und kontinuierliche Beziehungen zu Hebammen aufzubauen. Dies soll nicht nur die Ergebnisse für Mutter und Neugeborene verbessern, sondern auch eine zufriedenstellende und nachhaltige Arbeitsweise für Hebammen ermöglichen.

Quelle: Harvie K et.al.: Australian midwives’ intentions to leave the profession and the reasons why. In: Women and Birth. Elsevier 2019. doi: https://doi.org/10.1016/j.wombi.2019.01.001 DHZ

Rubrik: Beruf und Praxis