Rundruf

Notfallsituationen sind selten im Hebammenalltag und doch passieren sie. Wie verarbeiten Sie solche Ereignisse individuell und im Team?

Bente Addix, angestellte Hebamme, Schön Klinik Rendsburg

Mir helfen Gespräche mit Kolleginnen sehr, die gleichzeitig Freundinnen sind. Und das Wissen, nach einem herausfordernden Dienst von meiner Familie erwartet zu werden. Im Kreißsaal-Team braucht es viel gegenseitige Wertschätzung, um den Raum für Reflexionen zu gewährleisten.

 

 

Susanne Schröder, leitende Hebamme, DIAKO Flensburg

Ich achte im Rahmen der Einarbeitung von neuen Kolleginnen sehr darauf, dass sie die geburtshilflichen Standards des Hauses lesen. Auch Nachbesprechungen im Team dienen dazu, eventuelle Lücken zu schließen. Die Unterstützung und Kommunikation im Team ist die Grundlage für Zufriedenheit und für eine angstfreie Geburtshilfe.

 

 

Anette Winkler, Hebamme und Praxisanleiterin aus dem Klinikum Itzehoe

Wir haben eine Zeit lang Supervisionen durchgeführt, die aber nicht für jede Person geeignet sind. So waren letztlich immer dieselben Hebammen bei den Treffen. Je gravierender und bedrohlicher die Situation war, umso eher sprechen wir intern im Team darüber oder zumindest mit den engsten Kolleg:innen. Den Großteil der Situationen verarbeite ich aber für mich allein.

 

 

Ulla Utasch, Hebamme, Zentrum für sexuelle Gesundheit und Familien­planung, Berlin

Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht mit konsequent zweimonatigen Fall­besprechungen im interdisziplinären Team modifiziert nach dem »London Protocol«. Eine kleine Gruppe von Hebammen und Gynäkolog:innen bereitet einen vom Team gewünschten Fall vor und moderiert ihn nach Standard. Dieser Austausch hat die Transparenz, emotionale Entlastung, Kompetenzentwicklung sowie Teambildung gefördert.

Rubrik: Immer in der DHZ | DHZ 03/2024

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